„Wir wollen ein öffentliches Zeugnis geben für den katholischen Glauben.“ Mit diesen Worten eröffnete Pater Lukas Weber am Samstagnachmittag, 10. Oktober 2026, die Rosenkranzprozession in Einsiedeln. Bis kurz vor Beginn hatte es geregnet, und auch unterwegs setzte immer wieder leichter Regen ein. Trotzdem zogen rund 560 Personen, darunter viele Familien und Jugendliche, betend und singend durch die Gassen des Wallfahrtsortes.
Zeugnis, Dank und Sühne
Drei Anliegen nannte Pater Weber zu Beginn. Die Teilnehmer wollten Zeugnis geben für den Glauben und darum bitten, dass Christus wieder den ihm zustehenden Platz in der Gesellschaft erhält. Sie dankten der Gottesmutter und baten um ihren Schutz für Land und Familien. Und sie wollten Sühne leisten für die Sünden unserer Gesellschaft. Hinter Kreuz und Ministranten folgten Fahnen, Blasmusik und Ordensleute; Marienlieder und Rosenkranzgebet begleiteten den Weg durch den Ort. In der Mitte trugen Männer in dunklen Anzügen die blumengeschmückte Statue der Muttergottes von Fatima, bei einsetzendem Regen geschützt durch einen Regenschutz. Viele Passanten blieben stehen, manche schlossen sich spontan an.
Hundert Jahre Pontevedra
Am 13. Juli 1917 kündigte die Gottesmutter in Fatima an, sie werde wiederkommen und um die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz sowie um die Sühnekommunion an den ersten Samstagen jedes Monats bitten. Erfüllt wurde das vor hundert Jahren: Am 10. Dezember 1925 erschien sie in Pontevedra der Postulantin Lucia, an ihrer Seite das Jesuskind. Maria zeigte ihr von Dornen umgebenes Herz, und das Kind bat um Mitleid mit diesem Herzen, das die undankbaren Menschen „ständig durchbohren“.
Die fünf Sühnesamstage
Dabei bat Maria um die Andacht der ersten fünf Samstage, wie Pater Weber am Schluss ausführte: beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und fünfzehn Minuten lang die Rosenkranzgeheimnisse betrachten, alles in der Absicht, Sühne zu leisten. Nach dem Wunsch des Unbefleckten Herzens sollen diese Samstage nicht nur fünfmal, sondern jeden Monat gehalten werden. Wer das tue, den werde er in der Todesstunde nicht verlassen, versprach Jesus.
Rosenkranzfest mit Geschichte
Das Rosenkranzfest am 7. Oktober erinnert an die Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571. Rund 210 Galeeren der Heiligen Liga standen dort einer osmanischen Übermacht von fast 280 Schiffen gegenüber. Auf Aufruf von Papst Pius V. beteten die Christen den Rosenkranz, und gegen alle Erwartung ging die christliche Flotte als Siegerin aus der Schlacht hervor. Der Sieg, den man durch den Rosenkranz erbeten hatte, wurde der Fürsprache der Gottesmutter zugeschrieben.
Organisiert wurde die Prozession von der Militia Immaculatae (MI), zu Deutsch Miliz der Unbefleckten. Diese katholische Bewegung wurde 1917 vom heiligen Pater Maximilian Kolbe gegründet. Ihr Ziel ist die Förderung der Marienverehrung, insbesondere durch die Verbreitung der Wundertätigen Medaille und des Rosenkranzes. Pater Kolbe ist bekannt dafür, dass er im Konzentrationslager Auschwitz freiwillig sein Leben für einen Mitgefangenen opferte. Die MI der traditionellen Observanz zählt mehrere Tausend Mitglieder im deutschsprachigen Raum und über 160’000 Mitglieder weltweit.






































